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Wenn Führungskräfte überfordert sind

  • raphaelmammerler
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Warum Führungskräfte sich innerlich weiterentwickeln müssen, um wirksam zu bleiben



Gute Führung ist eine hohe Kunst. Das erkennt man daran, wie selten es wirklich gute Führungskräfte gibt und wie schwierig es ist, wenn man selbst Führungskraft ist. Im Coaching mit CEOs und Führungskräften kommen dazu viele Fragen auf. Denn viele Führungskräfte erleben einen Punkt in ihrer Entwicklung, an dem klassische Methoden nicht mehr ausreichen.

Gespräche mit Mitarbeitenden werden anstrengender als früher. Entscheidungen fühlen sich schwerer an. Und obwohl fachlich alles passt, entsteht innerlich ein Gefühl von Druck, Unsicherheit oder sogar Erschöpfung.

Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern oft ein Hinweis darauf, dass sich Führung auf einer tieferen Ebene verändert.


Wenn Führung nicht mehr nur „technisch“ funktioniert


Am Anfang der Führungskarriere stehen meist Methoden im Vordergrund:

  • klare Ziele setzen

  • Aufgaben delegieren

  • Feedback geben

  • Meetings strukturieren


Diese Fähigkeiten sind wichtig – und funktionieren lange Zeit gut.

Doch irgendwann verändert sich die Realität:

  • Teams werden komplexer

  • Erwartungen widersprüchlicher

  • Konflikte emotionaler

  • Verantwortung größer


Und plötzlich reicht „richtiges Verhalten“ allein nicht mehr aus.

Viele Führungskräfte merken dann:

Ich mache eigentlich alles „richtig“ – und trotzdem fühlt es sich nicht stimmig an.

Der eigentliche Engpass liegt oft nicht im Verhalten

In solchen Situationen wird häufig versucht, noch mehr an Techniken zu arbeiten:

  • bessere Gesprächsführung

  • bessere Tools

  • bessere Organisation


Doch das eigentliche Problem liegt oft tiefer.

Es geht weniger darum, was eine Führungskraft tut – sondern aus welchem inneren Zustand heraus sie führt.


Denn:

  • Unsicherheit beeinflusst Entscheidungen

  • innere Anspannung verändert Kommunikation

  • unbewusste Muster prägen Konflikte

  • alte Glaubenssätze wirken im Hintergrund weiter


Führung ist daher nicht nur eine äußere Rolle, sondern immer auch ein innerer Prozess.



Was mit „innerer Entwicklung“ in der Führung gemeint ist

In der Entwicklungspsychologie und im Coaching spricht man in diesem Zusammenhang oft von Tiefenentwicklungsprozessen.


Damit ist gemeint, dass sich nicht nur Fähigkeiten verändern, sondern die Art, wie eine Person:

  • sich selbst wahrnimmt

  • Verantwortung erlebt

  • mit Unsicherheit umgeht

  • und Entscheidungen trifft

Diese Entwicklung ist weniger sichtbar als neue Methoden – aber sie hat oft einen viel größeren Einfluss auf die Führungswirksamkeit.



Ein einfaches Beispiel aus der Praxis

Zwei Führungskräfte stehen vor demselben Problem: ein konfliktbeladenes Team.


Führungskraft A versucht, den Konflikt „technisch“ zu lösen:

  • klare Regeln

  • neue Prozesse

  • direkte Ansagen


Führungskraft B arbeitet zusätzlich an der eigenen Haltung:

  • Wie reagiere ich auf Konflikte innerlich?

  • Welche Rolle nehme ich im System ein?

  • Wo vermeide ich selbst schwierige Gespräche?

Beide Ansätze sind nicht falsch – aber sie wirken auf unterschiedlichen Ebenen.

Langfristig zeigt sich oft:

Die zweite Form von Entwicklung führt zu stabileren Veränderungen.

Warum diese Ebene oft übersehen wird

Der Fokus in Führungstrainings liegt häufig auf:

  • Methoden

  • Tools

  • Verhalten

  • Kommunikationstechniken


Das ist verständlich – denn es ist leicht vermittelbar und schnell umsetzbar.

Innere Entwicklungsprozesse sind dagegen:

  • langsamer

  • weniger greifbar

  • schwerer messbar

  • und manchmal unbequem


Deshalb werden sie im Alltag oft ausgelassen – obwohl sie in komplexen Führungssituationen entscheidend werden.

Was das für dich als Führungskraft bedeutet

Wenn du merkst, dass klassische Ansätze nicht mehr greifen, kann das ein wichtiger Hinweis sein.

Nicht im Sinne von „mehr anstrengen“, sondern im Sinne von:

Es lohnt sich, auch die eigene innere Ebene in den Blick zu nehmen.

Typische Fragen in diesem Zusammenhang sind:

  • Welche Muster wiederholen sich in meinen Führungssituationen?

  • Wo reagiere ich statt bewusst zu handeln?

  • Welche inneren Spannungen beeinflussen meine Entscheidungen?

  • Wie gehe ich mit Unsicherheit wirklich um?


Fazit

Führung entwickelt sich über die Zeit nicht nur in Richtung mehr Wissen oder mehr Erfahrung.

Sondern oft auch in Richtung:

mehr Selbstwahrnehmung, mehr innere Klarheit und mehr Bewusstheit im eigenen Handeln.

Diese sogenannte Tiefenentwicklung ist kein theoretisches Konzept, sondern zeigt sich ganz praktisch im Führungsalltag – besonders dann, wenn klassische Methoden nicht mehr ausreichen.


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Zum Autor

Raphel Mammerler MSc., gebürtiger Wiener, arbeitet im deutschsprachigen Raum als Trainer und Coach für berufliche Entwicklung. Er forschte, im Rahmen seines Bachelors in Wirtschaft und Masterstudiums der Achtsamkeit, an den Wirkmechanismen und Effekten des Mindful Coworking.


 
 
 

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